In den letzten Kriegstagen wurde, durch Reichsführer SS Heinrich Himmler, noch versucht Partisaneneinheiten aufzustellen. Am 2. April 1945 wurde das Bestehen einer den Widerstand hinter den feindlichen Linien fortsetzenden Organisationen "Werwolf" bekannt gegeben. Abgesehen von einzelnen Sabotageakten und Mordanschlägen auf die eigene Bevölkerung, französische und amerikanische Soldaten, gewann die Werwolf-Organisation mangels Widerhall in der kriegsmüden Bevölkerung keine Bedeutung, veranlasste aber die Alliierten zu harten Abwehrmaßnahmen. Nach Kriegsende hatten die Alliierten, durch die Direktive Nr. 38 des Alliierten Kontrollrates, das Recht erhalten möglicherweise gefährliche Personen zu internieren. Hiervon wurden in den westlichen Besatzungszonen bis 1948 Gebrauch gemacht, in der sowjetischen Besatzungszone gestaltete sich dies jedoch anders. So kam es oft zu wahllosen und willkürlichen Verhaftungen von nicht belasteten Personen, Jugendlichen und Kindern, von denen objektiv keine Gefahr ausging. Zum Teil auch, um eine vorgegebene Personenzahl bei Gefangenentransporten zu erfüllen. Meist stand bei den Jugendlichen hier der Vorwurf der "Werwolf-Tätigkeit" im Raum.
In Mücheln wurden im Nov./ Dez. 1945 eine erste Gruppe Jugendliche verhaftet, darunter befand sich als einer der Ersten Christof Petzold. Durch eine Denunziation wurde er beschuldigt, kurz vor Kriegsende bei Sangerhausen, von Landsern weggeworfene Waffen vergraben zu haben. Seine erste Station war das Polizeigebäude in Mücheln Markt 19. Zwei Tage später überführte man ihn nach Querfurt in das damalige Gerichtsgefängnis, welches vom NKWD benutzt wurde. Hier kam es dann zu nächtlichen Verhören und im März 1946 nach einer kurzen Verhandlung zu dem Todesurteil. Ihm wurde gewährt ein Gnadengesuch an das Militärtribunal in Moskau zu stellen. Anschließend überstellte man ihn nach Halle in den "Roten Ochsen", wo einige Monate später sein Gnadengesuch in 10 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt wurde. Weitere Stationen waren Torgau, Sachsenhausen und Untermaßfeld. Im März 1951 wurde er durch eine Amnestie, zu Ehren des 75. Geburtstages Wilhelm Piecks, entlassen.
Ein ähnliches Schicksal hatte Karl Sonntag, der ebenfalls zur ersten Gruppe gehörte und durch Denunziation ins Blickfeld des NKWD geriet. Sein Vergehen war ein Schreckschussrevolver dessen Lauf aufgebohrt war. Er hatte ihn in einer verlassenen FLAK- Stellung ohne Munition gefunden und eingesteckt. Nach dem Gefängnis in Mücheln, wurde er nach Querfurt überstellt, wo er verhört wurde. Ein Angebot fünf Leute zu nennen die "Faschist" waren oder Waffen besitzen, nahm er nicht an. Seine Annahme für diesen "Spielzeugrevolver" nicht so hart bestraft zu werden, sollte sich als Irrtum heraus stellen. Im Februar 1946 kam er nach Naumburg, wo er zu 10 Jahren Zwangsarbeit im Straflager verurteilt wurde. Danach verlegte man ihn nach Halle in den "Roten Ochsen", und kurze Zeit später nach Torgau. Im April 1946 kam für ihn eine weitere Verlegung nach Bautzen ins "Gelbe Elend". Sonntag versuchte mit den Leuten gut auszukommen, einschließlich dem sowjetischen Wachpersonal. So kam es, dass ihn ein junger sowjetischer Soldat eines Tages vor der am nächsten Tag folgender Untersuchung warnte und ihm riet, sich krank zu stellen. Sonntag stellte sich am nächsten Tag krank und entging so den berüchtigten "Pelzmützentransporten" nach Sibirien. Zwei Jugendliche aus Mücheln der zweiten Verhaftungswelle hatten dieses Glück jedoch nicht. Anfang 1949 wurde Sonntag nach Sachsenhausen verlegt und wurde von dort aus 1950 entlassen. Sonntag schaffte es während seiner Haftzeit mehrere Kassiber seinen Eltern zu schreiben und heraus zu schmuggeln. Diese Zettel gehören heute zu den ausgestellten Zeitzeugnissen der Gedenkstätte Sachsenhausen. In den Jahren vor seinem Tod, beschäftigte sich Karl Sonntag mit dem Bau von Sonnenuhren. Diese kann man sich noch heute am Geiseltalsee im Bereich Mücheln anschauen.
1. Gruppe (1945/46)
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Zobel, Lothar |
Tod durch Erschießen |
Urteil am 24.10.1946 vollstreckt |
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Deubel, Manfred |
15 Jahre Arbeitslager | |
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Rösel, Manfred |
15 Jahre Arbeitslager | |
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Mückenheim, Kurt |
10 Jahre Arbeitslager | |
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Lisson, Werner |
10 Jahre Arbeitslager | |
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Landgraf, Wolfgang |
10 Jahre Arbeitslager | |
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Sonntag, Karl |
10 Jahre Arbeitslager | |
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Petzold, Cristof |
Tod durch Erschießen |
Begnadigt/ 10 Jahre Arbeitslager |
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Schwaden, Günther |
10 Jahre Arbeitslager |
2. Gruppe (1946)
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Nowotny, Kurt |
10 Jahre Arbeitslager | |
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Röhm, Friedjof |
10 Jahre Arbeitslager |
† 16. Juli 1947 Sachsenhausen |
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Gebhardt, Hans-Joachim |
10 Jahre Arbeitslager | |
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Tews, Hans |
10 Jahre Arbeitslager |
Pelzmützentransport Sibirien |
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Brose, Horst |
10 Jahre Arbeitslager |
Pelzmützentransport Sibirien |
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Arius, Helmut |
10 Jahre Arbeitslager |
